• Wirtschaftsethische Topologie VI – Reflexion und Exploration
    Bd. 20 Nr. 1 (2019)

    Die Redaktion der zfwu ist permanent an Beiträgen zu wirtschaftsethisch relevanten Themen aus Sicht verschiedener Disziplinen interessiert und freut sich über die Zusendung von Manuskripten. Gleiches gilt für Rezensionen, die Publikationen (Monographien oder Sammelbände) aus dem Bereich der Wirtschafts- und Unternehmensethik kritisch kommentieren.

  • Bd. 1

    Die aktuelle Ausgabe der zfwu erreichen Sie über die Nomos e-Library:

    https://www.nomos-elibrary.de/zeitschrift/1439-880XLindauer Abkommen

  • Wirtschaftsethik und Digitalisierung
    Bd. 20 Nr. 2 (2019)

    Digitalisierung ist in aller Munde: Die Kraft der Veränderung, die der Digitalisie- rung zugeschrieben wird, scheint geradezu grenzenlos zu sein: disruptive Transfor- mation von Geschäftsmodellen, digitaler Kapitalismus, Null-Grenzkosten-Gesell- schaft, aber auch Jobvernichtungen, Datenunsicherheiten, gläserne Menschen und Darknet. Dazu kommen die Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz.

    Es ist mehr als eine Vermutung, dass die digitale Transformation, die mehr und mehr – gewollt und nicht gewollt – um sich greift, neue wirtschaftsethische Frage- stellungen aufwirft. Neben den Fragen auf sehr konkreten Ebenen, die die ›Anwendung‹ von wirtschaftsethischen Konzepten auf neuartige Problemstellun- gen thematisiert (i), führt die Digitalisierung als gesellschaftliches Phänomen auch zu konzeptionellen Fragen, die in die grundsätzliche Struktur, wie wir Ethik den- ken, hineinführen können (ii).

    Ad (i): Fragen der ersten Art betreffen Gestaltungsempfehlungen für eine Rah- menordnung digitalen Wirtschaftens. Gesellschaftliche Fragen, wie im digitalen Kapitalismus eine soziale Marktwirtschaft zu denken ist (Grundeinkommen, Datensicherheit, Bürgerrechte etc.) sind wirtschaftsethisch unter Stichwörtern wie Teilhabe, Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität neu zu stellen. Ganz grundsätz- lich erfährt die Frage neue Bedeutung, ob ethisch/gesellschaftlich alles gewollt wird, was technologisch möglich ist? Darüber hinaus führen neue Geschäftsmo- delle in wirtschaftsethische Fragestellungen, etwa die Frage, wie sollen Roboter ethisch programmiert werden, wenn sie im Umgang mit Menschen (wie z.B. dieAlterspflege) eingesetzt werden? In der Öffentlichkeit diskutiert werden darüber hinaus selbstfahrende Autos, Smart Homes und Datenschutz. Die Herausforde- rungen sind vermutlich weniger von technischer oder wirtschaftlicher Art, son- dern sie liegen in eben den normativen Fragen des Rechts und vor allem der Ethik.

    Ad (ii): In dem klassischen Verständnis von Ethik wird ganz wesentlich von sub- jektzentrierten Ansätzen ausgegangen, die das handelnde Individuum in den Mit- telpunkt der Überlegungen stellen. Insbesondere in der Wirtschafts- und Unter- nehmensethik bestehen bereits Ansätze, die dieses Verständnis in Richtung korpo- rativer Akteure erweitern. Führt die Digitalisierung nun noch weiter, indem nicht nur korporative Akteure eine konzeptionell wesentlich stärkere Bedeutung erhal- ten, sondern auch über neuartige Ethiksubjekte (z.B. künstliche Intelligenz, Algo- rithmen) und Akteursnetzwerke nachgedacht werden muss? Wird auf digitale Weise neues ethisches Wissen geschaffen?

  • Ökonomie und Gemeinwohl
    Bd. 20 Nr. 3 (2019)

    Hrsg. von Alexander Brink, Ludger Heidbrink und Harald Welzer

    Die Gemeinwohlökonomie (GWÖ), so wie sie von dem Österreicher Christian Felber vor etwa acht Jahren entwickelt wurde, versteht sich als alternatives Wirt- schafts- und Bilanzierungsmodell. Unternehmen werden nach einer Punktematrix bewertet, die über rein ökonomische Faktoren hinaus Kriterien der Gemeinwohl- orientierung wie Menschenwürde, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Demokratie und Transparenz berücksichtigt. Unternehmen, die eine gute Gemeinwohl-Bilanz vorweisen, sollen steuerliche Vorteile genießen und bevorzugt öffentliche Aufträge erhalten.

    Der GWÖ-Ansatz ist allerdings nicht unumstritten, da es unter anderem keine verbindliche Definition des Gemeinwohls gibt und zudem schon zahlreiche betriebliche Nachhaltigkeitsinstrumente existieren, die auf geprüften Zertifizie- rungsstandards beruhen. Vor diesem Hintergrund soll untersucht werden, inwie- weit die GWÖ einen produktiven Beitrag zum Umgang mit bislang unzureichend berücksichtigten Folgen des Wirtschaftssystems leistet oder nicht vielmehr dazu führt, die wirtschaftliche Freiheit durch eine willkürliche Orientierung an Gemeinwohlkriterien einzuschränken. Folgende Beitragsthemen bieten sich dafür an:

    Wie lässt sich der GWÖ-Ansatz im Vergleich mit anderen betrieblichen Nach- haltigkeitsinstrumenten bewerten? Worin unterscheidet sich der GWÖ-Ansatz von herkömmlichen CSR-Modellen? Welche Effekte hat die Gemeinwohlorientierung auf die unternehmerische Praxis? Wie sieht es mit der Übertragbarkeit des GWÖ- Ansatzes auf unterschiedliche Unternehmensformen aus? Worin bestehen norma- tive und strukturelle Probleme des Gemeinwohlbegriffs? In welchem Verhältnis stehen Gewinnschöpfung und soziale Ausrichtung, ökonomische und gesellschaft- liche Verantwortung? Welche Auswirkungen auf sozial-ökonomische Transforma- tionsprozesse hat die GWÖ?